15. Kongress der Pflege
Dresden 2003
Neue lokale Behandlungsmöglichkeiten bei oraler Mukositis
Referentin: Helga Schön
Zentralklinikum Augsburg
Die Mukositis/Stomatitis gehört zu den häufigsten und besonders belastenden Nebenwirkungen einer hochdosierten Chemo-/Strahlentherapie. Da eine kausale Behandlung von Schleimhautschäden unter antineoplastischer Therapie in der Regel nicht möglich ist, kommt der Prophylaxe eine ganz besondere Bedeutung zu. Hier ist vor allem das Pflegepersonal gefordert.
In diesem Vortrag richtet sich das Augenmerk auf die lokale Prophylaxe und die Behandlung der geschädigten Mundschleimhaut.
Menthol- oder alkoholhaltige Mundspüllösungen sind umstritten, da sie die Mundschleimhaut reizen bzw. austrocknen.
Eine polyetylenglykolhaltige Mundspüllösung wird vorgestellt und die damit erzielten Ergebnisse. Diese Spüllösung hat eine ausschließlich reinigende Wirkung. Es erfolgt trotzdem eine Keimminimierung. Dies ist die Vorraussetzung für lokale Medikamentenapplikation.
Es werden Ideen aufgezeigt, die bei Mukositis Grad I - IV (WHO) lindernd eingreifen und so die systemische Behandlung gut unterstützen. Hier geht es um die lokale Anwendung von Lidocain, Pilicarpin, Prostaglandin und Morphin.
Es folgt ein kurzer Bericht über Studien mit Cryotherapie, Propanthein und Glutamin.
Leider hat bis heute keine Therapiemodalität eine einheitliche Wirksamkeit gezeigt. Gerade deshalb ist Erfahrungsaustausch wichtig.